Jussi Adler-Olsen „Verheißung“ (***,*)

Jussi AdlerOlsen_VerheissungCarl Mørck ist wieder da. Und mit ihm natürlich Assad, Rose und Gordon. Alle Zutaten sind also vorhanden. Ein alter, unaufgeklärter Fall, im Nebel stochernde Ermittler und der bissige Humor, der schon die ganze Reihe durchzieht. Und doch konnte mich der Roman diesmal nicht ganz überzeugen.

Das Team löst einen wie immer weit zurückliegenden Fall, der seine Fühler aber in die Gegenwart austreckt. Ein Polizist ruft bei Carl an, der ihn abbürstet. Kurz darauf schießt er sich bei seiner Ruhestandsfeier in den Kopf. Seit Jahren hat er an einem Fall gearbeitet, der ihn nicht mehr losließ. Das Sonderdezernat nimmt widerstrebend die Ermittlungen auf und stößt auf familiäre Katastrophen, weit zurückliegende Spuren und einen mysteriösen Guru im „Zentrum der transzendentalen Vereinigung von Mensch und Natur“.

Auch wenn das Thema Transzendenz nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung ist, kann der Roman dann doch fesseln. Die „Erleuchtungen“ halten sich in Grenzen. Und gerade Carl hat mit Esoterik ja so gar nichts am Hut, was dann wiederum zu den entsprechenden Spitzen führt.

Vielmehr bewegt sich das ganze Team wieder zwischen der Arbeit (mit den entsprechenden Rangeleien), dem Privatleben der Ermittler (mal mehr, mal weniger geheimnisvoll) und der Bewältigung von Vergangenheitskonflikten. Innerhalb der Serie gibt es diesmal weniger Entwicklung, was dem Roman aber nicht schadet.

Wenn man die Truppe einmal liebgewonnen hat, dann bleibt man auch dabei. Sie wirkt diesmal fast schon harmonisch, oder habe ich mich an die skurrilen Situationen gewöhnt? Nur mit Rose kann ich immer noch nicht allzu viel anfangen. Für mich ist sie als Charakter unglaubwürdig und überzeichnet.

Alle Serienliebhaber werden nicht enttäuscht sein. Denn was Adler-Olsen besonders gut gelingt, ist das Eintauchen in die Psyche der Familie des toten Polizisten. Und das weiß nun wirklich zu überzeugen. Auch der typische Gruselfaktor kommt nicht zu kurz. Da lassen sich der gemächliche Beginn und die kleineren Längen (der Roman hat immerhin über 600 Seiten) gut verschmerzen.

Und doch hat mir etwas gefehlt. Wenn ich nur wüsste, was? Die fehlende Entwicklung? Vielleicht. Die Länge des Buchs? Kann sein. Die Spannung? Nein.

Es war eher ein Lesegefühl wie ein Nach-Hause-Kommen. Aber ein Zuhause, in dem mal wieder sauber gemacht werden müsste.

Fred Vargas „Das barmherzige Fallbeil“ (****)

Fred Vargas_Das barmherzige FallbeilFred Vargas ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Ihre Krimiserie rund um Kommissar Adamsberg habe ich fest ins Herz geschlossen. Sobald es einen neuen Teil der Serie gibt, fiebere ich schon darauf hin. Und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht, auch wenn einige Kleinigkeiten in meinen Augen nicht so ganz passten.

Adamsberg ist also zurück. Diesmal werden innerhalb weniger Tage die Leichen einer Mathematiklehrerin und eines reichen Schlossherrn in Paris entdeckt, die vermeintlich Selbstmord begangen haben.

Als Adamsberg auf ein Zeichen an den Tatorten aufmerksam wird, ist jedoch sein Spürsinn geweckt. Es stellt sich heraus, dass die Lehrerin vor ihrem Tod dem labilen Sohn des zweiten Toten einen Brief geschrieben und ihn gar besucht hat. Die Spurensuche beginnt. Nur führen diese merkwürdigerweise Jahre zurück zu einer Island-Expedition und gleichzeitig in die Tiefen der französischen Revolution, unter der Schreckensherrschaft Robespierres. Und weitere Menschen sterben.

Den Roman bevölkern wie immer tolle Charaktere, allesamt liebenswürdig und ein bisschen überspitzt. Wenn man die Vorbände nicht gelesen hat, wird man wohl von den Eigenarten der Brigade etwas überrumpelt und findet das alles ein bisschen zu dick aufgetragen. Aber als langjähriger Leser ist das wie Nachhause kommen. Ich mag es.

Auch die Figuren des Mordfalls haben so ihre Eigenheiten. Sie sind verschroben und jeder von ihnen trägt sein eigenes kleines Päckchen mit sich herum, das ihn verdächtig macht. Große Kunst.

Besonders haben mir die Ausflüge in die französische Geschichte gefallen. Die Schilderungen der Versammlungen haben schon ihren besonderen Reiz. Aber auch die Reise nach Island hat es in sich. Wie sie zur Spaltung der Brigade führt, wie die kleine Gruppe von den Bewohnern aufgenommen und in die Sagenwelt Islands eingeführt wird, liest sich richtig gut.

Im Endeffekt eine wilde Geschichte, in der am Ende aber alles zusammen passt. Leicht skurril, charmant, spannend, mythisch – ungewöhnlich. Es ist wie immer. Eine Mischung aus Krimi, Märchen und mythischem Roman. Gefällt mit Sicherheit nicht jedem, aber wer einmal Blut geleckt hat, kommt davon nicht mehr los.

Die Story konnte mich nicht ganz überzeugen, gerade die Motive der beteiligten Personen. Gegen Ende wird die Geschichte dann zu komplex. Auch die Übersetzung holpert gerade zu Beginn ein wenig, was den Einstieg ins Buch erschwert.

Und Adamsberg schien sich im Gegensatz zu den letzten Romanen auch ein wenig verändert zu haben. Mehr Chef als Träumer. Und ich muss gestehen, gerade den Träumer, der in dem ihm eigenen Tempo ermittelt, mochte ich lieber.

Aber das ist Meckern auf ganz hohem Niveau. Die Krimis von Fred Vargas ragen deutlich aus dem (skandinavischen) Einheitsbrei heraus. Bitte mehr davon.

Volker Kutscher „Märzgefallene“ (****)

Volker Kutscher_MärzgefalleneDie Reihe rund im Kriminalkommissar Gereon Rath begeistert mich schon seit dem ersten Band. Nun ist mit „Märzgefallene“ der fünfte Band erschienen und meine Faszination ist ungebrochen, auch wenn ich diesmal das Gefühl hatte, nicht ganz so mitgenommen worden zu sein. Aber dazu gleich mehr.

In seinem neuen Fall ermittelt Gereon Rath in Berlin im Jahr 1933. Der Reichstag brennt, die Stimmung ist vor den Wahlen aufgeheizt. Da beginnen die Ermittlungen bei einem erstochenen Obdachlosen am Berliner Nollendorfplatz. Die Spuren führen über Umwege jedoch zu einem Verbrechen, das weit vorher begangen wurde. Oder doch nicht? Und zudem spielen die Kriegserinnerungen des Grafen von Roddeck eine große Rolle. Wie ist dieser dubiose Mann in die Geschehnisse verwickelt?

Während Rath den Umweg über die „Politische Polizei“ nehmen muss, kann sich seine zukünftige Ehefrau Charly nicht mit dem neuen Deutschland zurechtfinden. Das Vorgehen der SA stößt ihr sauer auf, und auch ihr Arbeitseifer leidet spürbar. Und dann treten auch noch ein verwirrtes Mädchen und ein obdachloser Junge in ihr Leben. Und der Gangsterboss Johann Marlow hat wieder einmal seine Finger im Spiel.

Die große Stärke von Kutschers Büchern besteht darin, die geschichtlichen Zusammenhänge plastisch in die Kriminalgeschichte einzuweben. Man ist förmlich dabei und kann das Berliner der 1930er Jahre spüren. Alles spielt sich im privaten Umfeld der Akteure ab und wird somit lebendig. Viele Details, gewissenhaft recherchiert, schaffen ein plastisches Bild. Trotzdem wirken die dargestellten geschichtlichen Ereignisse nicht oberlehrerhaft.

Beim Lesen stellt sich eine düstere Atmosphäre ein. Man wird selbst mit der Frage konfrontiert, wie man sich in dieser oder jener Situation verhalten hätte. Insgesamt stellt sich eine gewisse Hilflosigkeit ein. Zumal man als geschichtsinteressierter Leser weiß, wie das Ganze ausgehen wird. Manchmal möchte man den Charakteren zurufen: „Passt auf!“

Sprachlich bewegt sich der Roman auf einem stabilen und passenden Niveau. Allerdings gefallen mir die umgangssprachlichen Einschübe weniger, sei es nun das Berlinische oder eben der Kölsche Dialekt. Diese rissen mich manchmal aus dem Lesefluss.

Für mich war gerade der Konflikt bei Charly toll herausgearbeitet. Das Auftreten der SA-Hilfspolizei, die Kommunistenhatz und die Judenfeindlichkeit machen sie zunehmend wütend, aber eben auch hilflos. Und im Gegensatz dazu Gereon, der das Ganze eher abwartend und beschwichtigend hinnimmt. Nur ganz langsam dämmert ihm, dass Charly in ein paar Punkten Recht haben könnte. Und er wartet weiter ab. Hier bin ich schon auf die weitere Entwicklung der beiden gespannt.

Normalerweise wären das also glatte 5 Sterne. Aber nach gut einem Drittel des Buches wurde mit der zeitliche Bezug zu stark herausgestellt. Das war ich von den anderen Büchern nicht so gewohnt. Die Krimihandlung geriet dabei leicht in den Hintergrund.

Und dann zog sich die Geschichte aus meiner Sicht am Ende etwas in die Länge und wirkte doch leicht konstruiert. Dies hat Volker Kutscher in den Vorgängern etwas besser hinbekommen.

Nichtsdestotrotz gilt: ein unterhaltsamer, lehrreicher und spannender Roman, den man gelesen haben sollte. Sollte Volker Kutscher es schaffen, die ursprünglich geplanten 10 Bände so konsequent weiterzuführen, gibt es ein grandioses Panorama jener Zeit zum Nachlesen. Hut ab.

Tana French „Geheimer Ort“ (***,*)

Tana French_Geheimer OrtBei jedem neuen Roman von Tana French hoffe ich auf das perfekte Buch. Manchmal ist sie verdammt nah dran, und dann wieder weiter weg. Diesmal bleibt sie irgendwo dazwischen hängen. Was hat diese Frau nur für grandiose Bilder im Kopf? Viele Passagen lesen sich exzellent. Und dann wiederum frage ich mich, wer greift ihr eigentlich bei der ganzen Planung der Geschichte unter die Arme? Müssen es immer gleich 700 Seiten sein? Würde es nicht auch mit 400 Seiten gehen?

Auf dem Gelände des Mädcheninternats St. Kilda wurde vor einem Jahr ein Junge erschlagen aufgefunden. Die damaligen Ermittlungen brachten kein Ergebnis. Und nun, ein Jahr später, klemmt einer mysteriöser Zettel am Schwarzen Brett. Nur eines von acht Mädchen kann die Karte aufgehängt haben. Der junge Detective Stephen Moran arbeitet eigentlich bei den „ungelösten Fällen“, aber Holly Mackey, eines der Mädchen aus dem Internat, bringt eben ihm diese Karte. Und so sieht er seine Chance gekommen, gemeinsam mit der Mordkommission zu ermitteln, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. Aber in St. Kilda funktionieren Freundschaften und Feindschaften auf ihre ganz eigene Art. Und jede denkt, sie hat daran ihren Anteil.

Die Ermittlungen kommen gemächlich in Gang. Die Spannung bezieht der Roman aus dem Wechsel der Zeiten. Einerseits ermitteln die Detectives und andererseits rollt sich die Geschichte von vor einem Jahr auf. Dadurch hat man als Leser einen Informationsvorsprung, der die Spannung aufbaut. Allerdings verlässt Tana French irgendwann diese Linie und die Spannung geht flöten. Schade.

Sprachlich steht dieser Roman über vielen anderen, die ich gelesen habe. Wunderbare Beschreibungen und großartige Studien lösen sich zuhauf ab. Stephen King sagte mal, dass ihre Sprache glühe. Und gelegentlich merkt man das als Leser auch.

Die Romane von Tana French sind mehr, als nur Kriminalgeschichten, sie sind auch psychologische Studien und Gesellschaftskritik. Wie die beiden Detectives zueinander finden, ist schon großartig beschrieben. Und auch, wie sich Freundschaften im Jugendalter entwickeln, hat sie großartig dargestellt. Es sind Beschreibungen über das Erwachsenwerden, über Liebe, über Anpassung und Loyalität.

Insgesamt blieb bei mir jedoch ein fader Beigeschmack hängen. Die Länge des Buches und auch die oft gewollt sperrige Polizeisprache wirken überzeichnet. Und was die ganze paranormale Wirklichkeit hier zu suchen hatte, hat sich mir nicht erschlossen. Für mich hat dies leider den Lesegenuss ganz erheblich getrübt.

Jan Seghers „Die Sterntaler-Verschwörung“ (*****)

Jan Seghers_Die Sterntaler VerschwörungLange musste ich auf den fünften Fall rund um Kommissar Marthaler warten, aber es hat sich gelohnt. Wieder einmal ein spannender, unterhaltsamer, nachdenklicher und manchmal auch humorvoller Kriminalroman, den ich nicht aus der Hand legen konnte. Hoffentlich dauert es nicht wieder so lange, bis das nächste Buch der Reihe erscheint.

In „Die Sterntaler-Verschwörung“ hat es Marthaler gleich mit mehreren Fällen zu tun. Da klärt er ein altes Verbrechen auf, das eigentlich schon abgeschlossen war. Dann wird die Journalistin Herlinde Scherer in einem Frankfurter Hotel ermordet. Ein Landtagsabgeordneter soll im Besitz von brisanten Fotos gewesen sein und nimmt sich daraufhin das Leben. Und ganz nebenbei werden in Hinterzimmern Pläne geschmiedet, die es in sich haben. Und irgendwie hängt das alles zusammen.

Die Story ist gut und umfangreich konstruiert, wie eigentlich immer bei Jan Seghers. Am Ende laufen die Fäden dann zwar zusammen, aber man muss schon bei der Sache sein, um die Zusammenhänge zu erkennen. Die Geschichte scheint sehr realitätsnah, knüpft sie doch offensichtlich an den Geschehnissen der Hessenwahl 2006 an. Sich Andrea Ypsilanti vorzustellen, fällt ebenfalls nicht schwer. Manchmal wünscht man sich, die Handlung wäre frei erfunden, aber vielleicht bleibt dabei auch nur der Wunsch der Vater des Gedanken.

Die Charaktere sind wie immer sehr gut dargestellt. Wie Marthaler mit der Liebe kämpft, wie ihn seine Journalistenfreundin nervt, wie er mit seinem Team umgeht und und und. Alles toll geschrieben und nachvollziehbar. Angetan haben es mir insbesondere wieder der Gerichtsmediziner Carlos Sabato und Tereza, die mit ihrer Mentalität so schon den Gegenpart zum Deutschsein Marthalers gibt. Gestört hat mich eigentlich nur, dass manche Erzählstränge aufgemacht wurden, dann aber nicht weiter verfolgt wurden. Zum Beispiel die Geschichte des Ministerpräsidenten Becker.

Was Seghers´ Romane auszeichnet ist zudem die sachliche, aber niemals trockene Sprache. Immer verständlich und dabei geht ein Zauber von ihr aus, wie man ihn nur schwer beschreiben kann. Die Umsetzung auch der komplizierten politischen Verhältnisse der damaligen Zeit liest sich schon toll. Und es sind wieder einmal die Außenseiter, die, die eben nicht in der genormten Spur laufen, die den Roman so liebenswert machen.

Fazit: ein spannender Kriminalroman, der perfekt in die Reihe passt und hier nicht viel mehr Worte braucht, als: unbedingt lesen.

Drei kurze Thriller- und Krimirezensionen

Tom Rob Smith_Ohne jeden ZweifelTom Rob Smith „Ohne jeden Zweifel“ (****)

Nach seinen zum Teil großartigen Romanen rund um Leo Demidow („Kind 44“, „Kolyma“, „Agent 6“) legt Tom Rob Smith den ersten Roman außerhalb der Reihe vor.

Daniels Mutter wurde in die Psychiatrie eingeliefert. Sie fühlt sich von Daniels Vater verfolgt. Daniel hat aber ein harmonisches Familienbild im Kopf und stellt sich nur widerwillig den Ängsten seiner Mutter. Was er dabei herausfindet, treibt auch ihn an den Rand seiner Belastbarkeit.

Fazit: ungewöhnliche Struktur, andersartig, spannend, unerwartete Wendungen, hallt lange nach. Aber irgendwas stört.

Stephan Ludwig_Wo kein LichtStephan Ludwig „Zorn – Wo kein Licht“ (****)

Der dritte Teil rund um Zorn und Schröder.

Zwei tolle Kommissare ermitteln und überzeugen dabei. Ein Selbstmord, eine Massenkarambolage, ein Anschlag auf dem Polizeiball, eine Staatsanwältin an ihrer emotionalen Grenze, ein Vermisstenfall und diverse private Probleme müssen unter einen Hut gebracht werden.

Zutaten: Humor, Privatleben, Spannung, Gewalt, Verzweiflung, Geheimnisse, Lesevergnügen. Trotz einiger Längen, freue ich mich schon auf den vierten Teil, der im Oktober 2014 erscheinen soll.

Martin Cruz Smith_TatjanaMartin Cruz Smith „Tatjana“ (*****)

Einer meiner Lieblingsermittler ist wieder im Einsatz. Arkadi Renko ermittelt in Moskauer Mafiakreisen und legt sich wie immer mit den falschen an.

Eine Journalistin stürzt aus dem sechsten Stock in den Tod, in der gleichen Woche, in der ein milliardenschwerer Mafiosi erschossen wird. Arkadi erkennt, dass zwischen diesen beiden Taten ein Zusammenhang besteht. Die Spuren führen ihn nach Kaliningrad, Hunderte von Kilometern entfernt.

Bei Martin Cruz Smith habe ich immer das Gefühl, dabei zu sein. Alles wirkt authentisch, beängstigend, menschlich. Arkadi ist ein großartiger Held mit dunklen Seiten. Er begleitet mich nun schon seit 20 Jahren durch mein Leseleben. Es ist wie Nachhausekommen. Schön und leider viel zu schnell vorbei.

 

Elisabeth Herrmann „Versunkene Gräber“ (*****)

Elisabeth Herrmann_Versunkene GräberElisabeth Herrmann „Versunkene Gräber“ (*****)

Mittlerweile ist das mein vierter Roman von Elisabeth Herrmann und der zweite Roman um den Anwalt Joachim Vernau. Und man könnte sagen, dass ich inzwischen zum Fan geworden bin. Jeder Roman der Autorin versprüht einen besonderen Charme, ist hervorragend recherchiert und geschrieben.

Im vierten Teil um Joachim Vernau ist zunächst seine ehemalige Partnerin Marie-Louise spurlos verschwunden. Wie sich dann herausstellt, wird sie gemeinsam mit Vernaus Freund Jacek in Polen des Mordes verdächtigt. Vernau reist über die Grenze und ermittelt gemeinsam mit einer polnischen Anwältin. Er stößt dabei auf verschollene Briefe, einen alten Friedhof, Weinberge an den Ufern der Oder und auf alte Familientragödien.

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Jacques Berndorf „Die Grenzgängerin“ (*****)

Jaques Berndorf_Die GrenzgängerinJacques Berndorf „Die Grenzgängerin“ (*****)

Seit  Ende der 80er Jahre ist Jacques Berndorf (alias Michael Preute) ein äußerst produktiver Autor und verkauft inzwischen Millionenauflagen. Seine Eifel-Krimis sind bekannt, auch wenn ich selbst bisher noch keinen davon gelesen habe. Aber ich habe die 4 Romane rund um den BND-Agenten Karl Müller gelesen. Und ich bin von allen begeistert oder zumindest fasziniert.

In „Die Grenzgängerin“ überschneiden sich wie immer mehrere Fälle. Ob Müller in Tripolis in Gefahr gerät, Svenja in heikler Mission unterwegs ist, Goldhändchen mal wieder in fremden Netzen recherchiert oder wie Krause versucht, den ganzen Laden zusammen zu halten. Und ganz nebenbei gelangen wundersame Drogen und 1000 Kilogramm Sprengstoff mach Deutschland. Und niemand weiß, was damit geplant wurde. Aber irgendwie hängt am Ende doch alles zusammen.

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Robert Galbraith „Der Ruf des Kuckucks“ (***,*)

Robert Galbraith_Der Ruf des KuckucksRobert Galbraith „Der Ruf des Kuckucks“ (***,*)

Dass sich hinter dem Namen Robert Galbraith eigentlich die britische Autorin Joanne K. Rowling verbirgt, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Nun bin ich zwar kein großer Harry-Potter-Fan, aber meiner Meinung nach kann Rowling richtig gut schreiben. Und so war ich, auch wegen der eigentlich durchweg positiven Kritiken durchaus auf den ersten Krimi der Autorin gespannt.

Zur Story. Der Privatdetektiv Cormoran Strike wird beauftragt, den Tod des berühmten Models Lula Landry zu untersuchen. Angeblich hat sie Selbstmord begangen, indem sie sich  von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzte. Jedenfalls ist die Polizei dieser Meinung.

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Jean-Luc Bannalec „Bretonische Brandung“ (***,*)

Bannalec_Bretonische BrandungJean-Luc Bannalec „Bretonische Brandung“ (***,*)

Der erste Roman um Kommissar Dupin hatte ja so einige Feuilletondebatten ausgelöst, die mich aber nicht daran hinderten, den Roman richtig gut zu finden. Und nun also der zweite Fall, wieder in der Bretagne, aber diesmal auf einem kleinen, vorgelagerten Inselarchipel spielend.

Kommissar Dupin wird gerufen, als drei Leichen an die Küste einer der kleinen Inseln gespült werden. Zunächst ist nicht einmal klar, wer die Toten sind, oder wem die Morde galten. Bald stellt sich jedoch heraus, dass fast jeder Inselbewohner seine Mordmotive gehabt hätte. Eines der Opfer plante zum Beispiel seit Jahren den Ausbau der Insel zu einem touristischen Zentrum und das gefiel nicht allen. Dabei kommen so einige Akteure zu Wort bzw. werden verdächtigt: eine Restaurantbesitzerin, das Restaurantpersonal, ein Museumsdirektor, alte Geschäftsfreunde, der Bürgermeister des Ortes, eine noch idealistisch geführte Segelschule, skrupellose Politiker, Familienangehörige und und und …

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