Wolfgang Herrndorf „Arbeit und Struktur“ (*****)

Wolfgang Herrndorf_Arbeit und StrukturWolfgang Herrndorf „Arbeit und Struktur“ (*****)

Bin ich ein Voyeur, weil ich dieses Buch gelesen habe? Gehe ich nach Wolfgang Herrndorf selbst, dann wohl nicht. Schließlich wollte er seine Aufzeichnungen ausdrücklich in die Öffentlichkeit, zunächst als Blog, stellen. Ob man daraus dann ein Buch machen muss, darüber lässt sich sicherlich streiten, aber beim Charakter der Veröffentlichung bleibt es dennoch. Die Buchform ist zudem besser lesbar. Das Blog warf da doch eher eine Form von Schlaglichtern auf die Texte. Und auch Wolfgang Herrndorf selbst las während seiner Krankheit in Blogs und Foren anderer Betroffener. Aus den Texten darüber geht kein Unbehagen hervor. Und so denke ich, dass ich ein zumindest geduldeter Voyeur, ohne schlechtes Gewissen, bin.

Wolfgang Herrndorf ist Schriftsteller und leidet an einem bösartigen, hirneigenen Tumor, einem Glioblastom. Er weiß somit, dass ihm nur noch ein bestimmtes Maß an Tagen (und Nächten) zugebilligt wird, an denen er leben darf. Wie viele genau, weiß er nicht. Verschiedenste Statistiken geben da verschiedenste Auskünfte. In dieser Ausnahmesituation entscheidet er sich, über seine Gedanken, Gefühle und Erlebnisse zu berichten. Und das fällt ihm zunächst schwer. Einige Gedanken wollen gar nicht zu Papier gebracht werden.

“Aus dem Widerstand gegen einen Gedanken, seine Richtigkeit ableiten.”

Zu Beginn des Buches fehlte mir ein wenig der Bezug, obwohl ich regelmäßiger Leser des Blogs war. Die Schilderungen scheinen zunächst aus dem Zusammenhang gerissen, es fehlt der rote Faden. Aber so wird sich Wolfgang Herrndorf wohl gefühlt haben. Erst im Anschluss wird die Situation mit verschiedenen Rückblenden aufgeklärt. Diese machen dann die vorherigen Einträge erst greifbar und logisch verständlich. Erst ab diesem Punkt hat mich das Buch wirklich emotional gepackt.

Und wie geht nun Wolfgang Herrndorf damit um? So komisch es klingt, er versucht damit zu leben. Und er versucht, wieder die ganz alltäglichen, die banalen Dinge zu sehen. Besonders haben mich seine Schilderungen über Gewitter oder eine schwangere Frau berührt. Was hält ihn noch aufrecht? Fußball, Schwimmen, Bücher, Filme und Freunde.

„Immer die gleichen drei Dinge, die mir den Stecker ziehen: die Freundlichkeit der Welt. Die Schönheit der Natur, kleine Kinder.“

„Insgesamt vielleicht sogar ein bisschen glücklicher als früher, weil ich so lebe, wie ich immer hätte leben wollen.“

Auch sein Denken über Geld relativiert sich.

„25 Jahre am Existenzminimum rumgekrebst. … Jetzt könnte ich sechsstellige Summen verdienen, und es gibt nichts, was mir egaler wäre.“

Allerdings ist dieses Leben nur mit einer Exit-Strategie möglich. Hierfür hat er sich eine Pistole besorgt. Die Patronen für die Waffe hinterlegt er bei einer Freundin. Ein selbstbestimmter Tod ist ihm wichtig.

„Menschliches Leben endet, wo die Kommunikation endet, und das darf nie passieren.“

In die Tagebucheinträge fließen immer wieder unsortierte Rückblenden ein, die das Leben Wolfgang Herrndorfs beleuchten. Erinnerungsfetzen, die zu bestimmten Situationen vor seinem inneren Auge auftauchen. Diese Erinnerungen halten ihn im Leben und insbesondere seine Freunde und Bekannten. Auch wenn er hier beginnt, sich nur noch mit Menschen zu umgeben, die er mag. Und die werden mit der Zeit immer weniger.

Es gibt Phasen der Manien und Verzweifelung, der Routinen und Gewohnheiten. Eben diese Angewohnheiten halten ihn am Leben. Er macht da weiter, wo andere auch weitermachen. Für ihn eine „Selbstüberredung zum Leben“. Bis etwa zur Mitte des Buches hadert Wolfgang Herrndorf mit dem Tod, dann lebt er einfach weiter.

Einfach?

Weiß Gott nicht.

Wolfgang Herrndorf sucht auffällig wenig nach dem Sinn des Lebens. Diese Suche wird ja den meisten Sterbenden unterstellt. Nur gelegentlich schimmern diese Gedanken durch.

„… neben mir im Gras vier junge Männer. … reden über Kant und Hegel …, eine grauenhafte Unterhaltung, ein verfehltes Leben, während um sie herum alles in schönster Blüte steht.“

„Man kann nicht leben ohne Hoffnung, schrieb ich hier vor einiger Zeit, ich habe mich geirrt. Es macht nur nicht so viel Spaß.“

Es gibt tiefe Einblicke in das Schriftsteller-Dasein Wolfgang Herrndorfs. In seine Arbeit, seine Zweifel, seine Begeisterung und seine Pläne. In die Kritik seiner Kollegen und Kolleginnen, in den Literaturbetrieb und in Eitelkeiten.

Wirklich berührend ist der körperliche Verfall. Der Abbau der Körperfunktionen und die Scham, die er dabei empfindet, beispielsweise bei einem epileptischen Anfall. Oder bei ganz alltäglichen Situationen, etwa beim Fußballspielen. Die Einengung seines Gesichtfeldes, die Gleichgewichtsprobleme.

Während der Tumor in Wolfgang Herrndorfs Kopf wächst,  verliert er sein „Ich“. Die sogenannte Depersonalisation. Das liest sich erschreckend.

„Die Erkenntnis, dass mein Körper zu meiner Vorstellung von ´Ich´ nicht dazugehört.“

Er lässt sein Leben los, und hält sich doch gleichzeitig daran fest.

„Die unerklärliche Angst, an etwas anderem zu sterben.“

„Man spürt, wie man mit einem Bein schon drüben steht, und man spürt, wie sie auf der anderen Seite noch an einem zerren.“

„Ich will im Winter sterben. Das haben die letzten Sommer gezeigt. Im Sommer geht es nicht. Im Winter ist es leicht.“

Gleichzeitig verdunkelt sich sein Innenleben mehr und mehr. Ängste überkommen ihn. Seine Beschreibungen des „Verrücktwerdens“ sind beklemmend, distanziert und intim zugleich. Er bricht dabei aus der konventionellen Gedankenwelt aus. Er muss nicht mehr politisch korrekt sein. Er kann Menschen am Telefon sagen, dass sie Arschlöcher sind und ihn gefälligst in Ruhe lassen sollen.

„Der Wille zu leben längst nicht mehr so stark, wie der Wunsch, sich zu verabschieden.“

Wolfgang Herrndorf erschießt sich am 26. August 2013 an den Ufern des Hohenzollernkanals.

Fazit: Ein äußerst lesenswertes, intensives Stück Literatur, dass den Menschen Wolfgang Herrndorf näherbringt. Ein Buch über das Sterben, aber auch über das Leben. Und ich frage mich heute noch: Wie konnte er bei all dem seinen Humor nicht verlieren?

„Und Selbstmord doch nicht so schwierig, wie ich lange dachte. Es reicht, die Föhrer Straße bei Grün zu überqueren. Weder Linksabbieger, noch Geradeausfahrer erkennen in den verschiedenen bunten Lichtern etwas anderes als einen unverbindlichen Vorschlag der Behörden.“

Marc-Uwe Kling “Die Känguru-Offenbarung” (*****)

Marc Uwe Kling_kaenguru_offenbarungMarc-Uwe Kling “Die Känguru-Offenbarung” (*****)

Auch das dritte Buch der Känguru-Reihe hat mich wieder gepackt. Kapitalismuskritik und Klamauk genau in der richtigen Mischung.

Diesmal suchen der Kleinkünstler und das Känguru nach dem mysteriösen Pinguin, dem nach wie vor unterstellt wird, an einer Weltverschwörung zu arbeiten. Die Reise der beiden führt quer über alle Kontinente, wobei das verbindende Handlungselement diesmal geschlossene Schlecker-Filialen und diverse Songtexte sind.

Die Austauschbarkeit der globalisierten Welt (in der zufälligerweise fast alle deutsch sprechen), Kängurus, die Namen von Boygroupsängern haben, komplette Szenen mit Songtexten, Anti-Terror-Anschläge des Asozialen Netzwerks, das personifizierte Böse in Form eines Controllers und tausend andere, hintergründige und subversive Ideen. Manchmal muss man erst hinter den Humor schauen, um den Inhalt einer Geschichte zu verstehen und das ist gut so.

Fazit: skurril, witzig, politisch, politisch unkorrekt und unterhaltsam. Ich freue mich schon auf den Auftritt von Marc-Uwe Kling im Mai im Potsdamer Waschhaus.

Neulich … im Supermarkt

Neulich … im Supermarkt

Ich verstaue gerade meine Einkäufe und stopfe die Milchpackung in meinen Rucksack. Ich versuche noch zu verarbeiten, dass die Kassiererinnen scheinbar gezwungen wurden, sich kleine, schwarze Papphüte auf den Kopf zu setzen. Das Gummiband schneidet kleine Furchen in ihre Wangen. Geht da keine Gewerkschaft gegen vor? Gut, dass die Faschingszeit bald vorbei ist.

Um mich herum wuselt es. Wortfetzen erreichen zwar meine Ohren, kommen aber nicht weiter.  Der Pfandflaschenautomat heult in nervtötender Art vor sich hin. Kann das mal jemand abstellen?

Da klimpert es hinter mir an der Kasse. Das Fallen von unzähligen Münzen auf Ladenfliesen. Die arme Sau, denke ich noch. Da ruft plötzlich jemand: “Kamelle!”. Ich muss lachen. Dann ungeahnter Tumult in meinem Rücken. Ich drehe mich nicht um, mir genügt allein die Vorstellung der über den Boden kriechenden Menschen. Und zwischendrin ruft jemand weinerlich und schon ein bisschen verzweifelt: “Nein!”.

Graeme Simsion „The Rosie Project“ (****)

Graeme Simsion_The Rosie ProjectGraeme Simsion „The Rosie Project“ (****)

Tillman Rules!

Popcorn-Kino in Buchform? Warum eigentlich nicht. Man merkt beim Lesen, dass es sich ursprünglich um ein Bühnenstück oder Drehbuch handeln sollte, aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Oft habe ich mich beim Loslachen oder zumindest Schmunzeln ertappt.

Der 39-jährige Genetik-Professor Don Tillman trägt sich mit dem Gedanken, eine Frau fürs Leben zu finden. Dumm nur, dass er wegen leicht autistischer Züge und sozialer Inkompetenz nicht gerade für das Speed-Dating taugt. Und so entwickelt er einen Fragebogen, der die Zahl seiner zukünftigen Partnerinnen drastisch reduziert. Allzu viele Menschen kommen nicht mehr in Frage und schon gar nicht Rosie. Die lernt er nämlich im Uni-Umfeld kennen, aber sie verfolgt ein eigenes Projekt.

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Elisabeth Herrmann „Versunkene Gräber“ (*****)

Elisabeth Herrmann_Versunkene GräberElisabeth Herrmann „Versunkene Gräber“ (*****)

Mittlerweile ist das mein vierter Roman von Elisabeth Herrmann und der zweite Roman um den Anwalt Joachim Vernau. Und man könnte sagen, dass ich inzwischen zum Fan geworden bin. Jeder Roman der Autorin versprüht einen besonderen Charme, ist hervorragend recherchiert und geschrieben.

Im vierten Teil um Joachim Vernau ist zunächst seine ehemalige Partnerin Marie-Louise spurlos verschwunden. Wie sich dann herausstellt, wird sie gemeinsam mit Vernaus Freund Jacek in Polen des Mordes verdächtigt. Vernau reist über die Grenze und ermittelt gemeinsam mit einer polnischen Anwältin. Er stößt dabei auf verschollene Briefe, einen alten Friedhof, Weinberge an den Ufern der Oder und auf alte Familientragödien.

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Jacques Berndorf „Die Grenzgängerin“ (*****)

Jaques Berndorf_Die GrenzgängerinJacques Berndorf „Die Grenzgängerin“ (*****)

Seit  Ende der 80er Jahre ist Jacques Berndorf (alias Michael Preute) ein äußerst produktiver Autor und verkauft inzwischen Millionenauflagen. Seine Eifel-Krimis sind bekannt, auch wenn ich selbst bisher noch keinen davon gelesen habe. Aber ich habe die 4 Romane rund um den BND-Agenten Karl Müller gelesen. Und ich bin von allen begeistert oder zumindest fasziniert.

In „Die Grenzgängerin“ überschneiden sich wie immer mehrere Fälle. Ob Müller in Tripolis in Gefahr gerät, Svenja in heikler Mission unterwegs ist, Goldhändchen mal wieder in fremden Netzen recherchiert oder wie Krause versucht, den ganzen Laden zusammen zu halten. Und ganz nebenbei gelangen wundersame Drogen und 1000 Kilogramm Sprengstoff mach Deutschland. Und niemand weiß, was damit geplant wurde. Aber irgendwie hängt am Ende doch alles zusammen.

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Robert Galbraith „Der Ruf des Kuckucks“ (***,*)

Robert Galbraith_Der Ruf des KuckucksRobert Galbraith „Der Ruf des Kuckucks“ (***,*)

Dass sich hinter dem Namen Robert Galbraith eigentlich die britische Autorin Joanne K. Rowling verbirgt, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Nun bin ich zwar kein großer Harry-Potter-Fan, aber meiner Meinung nach kann Rowling richtig gut schreiben. Und so war ich, auch wegen der eigentlich durchweg positiven Kritiken durchaus auf den ersten Krimi der Autorin gespannt.

Zur Story. Der Privatdetektiv Cormoran Strike wird beauftragt, den Tod des berühmten Models Lula Landry zu untersuchen. Angeblich hat sie Selbstmord begangen, indem sie sich  von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzte. Jedenfalls ist die Polizei dieser Meinung.

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Das total gefälschte Tagebuch von dem David und dem Goliath

Das total gefälschte Tagebuch von dem David und dem Goliath

Heute mal zwei kurze Rezensionen zu Büchern aus der Rubrik Humor.

SträterTorsten Sträter „Der David ist dem Goliath sein Tod“

Torsten Sträter ist Poetry-Slammer und könnte auch anders. Will er aber nicht. Ich habe ihn mal im TV gesehen und war begeistert. Ein wenig angekotzt, sitzt er auf der Bühne und der Ruhrpott drängt aus allen Poren. Gut so.

Das Buch versammelt einige seiner Texte, die sich so um die 9-10 Seiten bewegen und überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Und das ist gut so. Jede einzelne Geschichte verdient es, ein klein wenig nachzuhallen. Und wenn man dabei einfach mal nur die Sinnlosigkeit des Geschriebenen genießt.

Ob dubiose Praktika (besonders das Praktikum in der Videothek hat mir gefallen) beschrieben werden, Sträter sich mit Beziehungsproblemen auseinandersetzt oder der junge Sträter seinen Kumpel zum Musikmachen abholen will – es liest sich toll und wenn man sich dazu noch den Typen auf der Bühne vorstellt, macht es doppelt Spaß. Auch die Geschichte mit Struppi ist klasse.

Fazit: lesenswert, lustig und manchmal total sinnlos. Gut so.

Tagebuch MerkelAnonyme Autoren „Das total gefälschte Geheim-Tagebuch vom Mann von Frau Merkel“

Wer denn nun dieses kleine Büchlein geschrieben hat, wird vom Verlag nicht verraten. Schade eigentlich, aber es soll sich angeblich um ein Autorenteam handeln. Die Hörbuchfassung wurde jedoch von Christoph Maria Herbst eingelesen und der Ton des Tagebuchs an sich würde auch zu ihm passen. Aber sei´s drum.

Im Buch wird der angebliche Alltag der Familie Merkel/Sauer in Tagebuchform angehandelt. Dabei treten immer wieder die skurrilsten Situationen auf, die der vermeintliche Joachim Sauer kommentiert. Ob es sich um die guten Vorsätze der Familie zum Abnehmen handelt oder dubiose Politikerpartys brüllend komisch beschrieben werden.

In den einzelnen Rollen:

Joachim Sauer: der kapitalismuskritische und weltfremde Physiker. Angela Merkel (alias „Die Mutti“): eine erstaunlich humorvolle Frau mit dem Hang zu politisch unkorrekten Späßen. Ursula von der Leyen: die taffe Frau, die „ohne Werkzeug, mit bloßem Willen, einen IKEA-Schrank zusammenbaut“. Guido Westerwelle: minderwertigkeitsbeladen und zickig. Ronald Pofalla: den man nicht sieht. Philipp Rösler: das Kind. Diverse Bodyguards: die mit der Familie Merkel/Sauer so ihre Späße treiben. Und viele, viele mehr.

Zitat: „Angela und ich sind eh nicht so für Spaß. Wenn wir daran denken, was man in der Zeit, in der man Spaß hat, alles erledigen könnte, haben wir schon keine Lust mehr.“ Aber als Leser hat man jedenfalls eine Menge Spaß daran. Die Einträge hangeln sich so am politischen Geschehen des Jahres entlang und bilden damit eine Art Jahresrückblick.

Kurioserweise hatte ich am Ende das Gefühl, Angela Merkel nun besser zu kennen. Wahrscheinlich liegt hierin auch die Stärke dieses so scheinbar sinnlosen Buches. Und auch die Nachrichten sehe ich dann mit anderen Augen. Wenn Angie im Bundestag an ihrem Handy spielt, stelle ich mir vor, wie sie ihrem Joachim gerade eine lustige, politisch unkorrekte SMS schreibt. Und dann lächle ich.

Nicholas Shakespeare „Die Erbschaft“ (****)

Nicholas Shakespeare_Die ErbschaftNicholas Shakespeare „Die Erbschaft“ (****)

Als lesebegeistertem Menschen stößt man irgendwann auf den Namen Nicholas Shakespeare. Schon der Name machte mich neugierig und ließ mich komischerweise auch wieder an den Büchern zweifeln. Keine Ahnung, was da so in meinem Kopf vorgeht. „Die Erbschaft“ erhielt zum Teil hymnische Rezensionen und so wurde auch ich neugierig. Schon seit einiger Zeit stand das 2011 erschienene Buch auf meiner Wunschliste.

Andy Larkham, seines Zeichens erfolgloser Lektor bei einem Sachbuchverlag, gerät zufällig auf die falsche Beerdigung. Und wird so um 17 Millionen Pfund reicher. Gleichzeitig verlässt ihn kurz zuvor seine Freundin, die er eben noch heiraten wollte. Ihn plagen Gewissensbisse, aber er tritt die Erbschaft an. Er beginnt ein neues Leben, gezeichnet von Geld. Aber bald stellt er fest, dass er die Hintergründe seiner Erbschaft erfahren möchte und gerät so unversehens in ein anderes Leben hinein. Schicksal?

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Jean-Luc Bannalec „Bretonische Brandung“ (***,*)

Bannalec_Bretonische BrandungJean-Luc Bannalec „Bretonische Brandung“ (***,*)

Der erste Roman um Kommissar Dupin hatte ja so einige Feuilletondebatten ausgelöst, die mich aber nicht daran hinderten, den Roman richtig gut zu finden. Und nun also der zweite Fall, wieder in der Bretagne, aber diesmal auf einem kleinen, vorgelagerten Inselarchipel spielend.

Kommissar Dupin wird gerufen, als drei Leichen an die Küste einer der kleinen Inseln gespült werden. Zunächst ist nicht einmal klar, wer die Toten sind, oder wem die Morde galten. Bald stellt sich jedoch heraus, dass fast jeder Inselbewohner seine Mordmotive gehabt hätte. Eines der Opfer plante zum Beispiel seit Jahren den Ausbau der Insel zu einem touristischen Zentrum und das gefiel nicht allen. Dabei kommen so einige Akteure zu Wort bzw. werden verdächtigt: eine Restaurantbesitzerin, das Restaurantpersonal, ein Museumsdirektor, alte Geschäftsfreunde, der Bürgermeister des Ortes, eine noch idealistisch geführte Segelschule, skrupellose Politiker, Familienangehörige und und und …

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