“Und ein wesentlicher Teil ihres Lebens sind nun mal die Bücher …”

Wie eine Buchhandlung in der heutigen Zeit noch funktionieren kann. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber bei mir kommen da Wehmut und Nostalgie auf. Und das kann ja manchmal ganz schön sein.

Inseln der Großstadt (Teil 6): Insel für Bücher und Leser

Drei kurze Thriller- und Krimirezensionen

Tom Rob Smith_Ohne jeden ZweifelTom Rob Smith „Ohne jeden Zweifel“ (****)

Nach seinen zum Teil großartigen Romanen rund um Leo Demidow („Kind 44“, „Kolyma“, „Agent 6“) legt Tom Rob Smith den ersten Roman außerhalb der Reihe vor.

Daniels Mutter wurde in die Psychiatrie eingeliefert. Sie fühlt sich von Daniels Vater verfolgt. Daniel hat aber ein harmonisches Familienbild im Kopf und stellt sich nur widerwillig den Ängsten seiner Mutter. Was er dabei herausfindet, treibt auch ihn an den Rand seiner Belastbarkeit.

Fazit: ungewöhnliche Struktur, andersartig, spannend, unerwartete Wendungen, hallt lange nach. Aber irgendwas stört.

Stephan Ludwig_Wo kein LichtStephan Ludwig „Zorn – Wo kein Licht“ (****)

Der dritte Teil rund um Zorn und Schröder.

Zwei tolle Kommissare ermitteln und überzeugen dabei. Ein Selbstmord, eine Massenkarambolage, ein Anschlag auf dem Polizeiball, eine Staatsanwältin an ihrer emotionalen Grenze, ein Vermisstenfall und diverse private Probleme müssen unter einen Hut gebracht werden.

Zutaten: Humor, Privatleben, Spannung, Gewalt, Verzweiflung, Geheimnisse, Lesevergnügen. Trotz einiger Längen, freue ich mich schon auf den vierten Teil, der im Oktober 2014 erscheinen soll.

Martin Cruz Smith_TatjanaMartin Cruz Smith „Tatjana“ (*****)

Einer meiner Lieblingsermittler ist wieder im Einsatz. Arkadi Renko ermittelt in Moskauer Mafiakreisen und legt sich wie immer mit den falschen an.

Eine Journalistin stürzt aus dem sechsten Stock in den Tod, in der gleichen Woche, in der ein milliardenschwerer Mafiosi erschossen wird. Arkadi erkennt, dass zwischen diesen beiden Taten ein Zusammenhang besteht. Die Spuren führen ihn nach Kaliningrad, Hunderte von Kilometern entfernt.

Bei Martin Cruz Smith habe ich immer das Gefühl, dabei zu sein. Alles wirkt authentisch, beängstigend, menschlich. Arkadi ist ein großartiger Held mit dunklen Seiten. Er begleitet mich nun schon seit 20 Jahren durch mein Leseleben. Es ist wie Nachhausekommen. Schön und leider viel zu schnell vorbei.

 

Die Schriftstellerin Judith Herrmann im Interview …

Judith Herrmann ist mit ihren Erzählungen bekannt geworden. In diesem durchweg interessanten und lesenswerten Interview berichtet die Schriftstellerin aus ihrem Schreiballtag und über ihren ersten Roman. Wie Charaktere zu ihren Namen kommen, wie sie Geschichten plant und warum sie Fragezeichen nicht mag.

Judith Hermanns Roman „Aller Liebe Anfang”: „Ich glaube nicht an das Gelingen eines Gesprächs”

Hermann Hesse „Siddharta“ (****)

Hermann Hesse_SiddhartaHermann Hesse zählt ja zu den beliebtesten Schriftstellern der Deutschen. Bisher hatte ich mich vor Jahren nur einmal an das „Glasperlenspiel“ gewagt und nach der Hälfte des Buches abgebrochen. Ich denke, dass man für die Bücher Hesses eine gewisse Lebenserfahrung mitbringen sollte, um sie wirklich zu verstehen. Damals war ich eben noch nicht so weit.

Nun also „Siddharta“. Wie wohl alle Wohlstandskinder meines Alters bin ich auf der Suche nach dem Sinn des Lebens bzw. einem Lebensweg, der Zufriedenheit und Erfüllung verspricht. Sicher, das sind große Wünsche, aber nur große Wünsche führen zu einschneidenden Erkenntnissen und Veränderungen. Daher wird wohl jeder Sinnsuchende irgendwann über „Siddharta“ stolpern.

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Jonathan Coe „The Terrible Privacy Of Maxwell Sim“ (*****)

Jonathan Coe_Maxwell SimMaxwell Sim ist einsam. Von seiner Frau verlassen, von anderen bemitleidet oder gemieden. Seine 74 Facebook-Freunde sind nicht wirklich welche. Und so besucht er seinen Vater in Australien, was aber eher ernüchternd endet. Seine Sehnsucht findet er in einer Zufallsbeobachtung, als er den vertrauten Umgang einer Mutter mit ihrer Tochter beobachtet.

Maxwell hält sich für einen kommunikativen Menschen und nun, zurück in England und nach einer halbjährigen Auszeit vom Beruf, ist er wieder bereit für ein neues Abenteuer. Über ein eher windiges Geschäftsmodell eines entfernten Bekannten macht er sich auf den Weg zu den Shetlandinseln, dem nördlichsten Punkt Großbritanniens.

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Soziale Netzwerke und ihre Folgen (oder auch nicht) …

tree-200795_640In der letzten Woche habe ich mich entschieden, allen sozialen Netzwerken zu entsagen. Mir wurde wieder bewusst, warum ich mich so lange dagegen gesträubt hatte. Letztlich kommen dadurch auch nicht mehr Leser auf diese Seite, was sich eindrucksvoll durch Statistiken belegen lässt.

Vielmehr raubten mir Facebook, Twitter und Google+ nur die Zeit. Und Nerven. Die Gründe, die mich seinerzeit schon alle Netzwerke auf das unbedingt Notwendigste einschränken ließen, gelten nun auch für den Rest. Nachlesen kann man dies hier. Nun bin ich auf diesen Kanälen also nicht mehr online und habe meine Seiten dort sang- und klanglos gelöscht. Mittlerweile ist dies nun 3 Tage her und es gab keinerlei negativen Rückmeldungen. Also: alles richtig gemacht!?

Wer also in Zukunft mit mir in Kontakt treten möchte, kann dies hier über die Kommentare tun oder mir einfach eine E-Mail schreiben. Darauf antworte ich dann garantiert. Vielleicht nicht immer gleich, aber verlassen Sie sich drauf, ich antworte. ;-)

Bilden Sie sich eine eigene Meinung!

Einmal mehr zeigt sich, dass man sich nicht ausschließlich auf Rechercheergebnisse im Netz verlassen sollte. Die beste Vorsorge gegen Meinungsmanipulation ist immer noch das eigene Nachdenken.

Google-Urteil: Pressefreiheit mitgelöscht

Damon Albarn in Berlin …

Damon Albarn in Berlin. Und ich war nicht dabei … Schnief.

Damon Albarn im Astra Kulturhaus: Zwei Stunden ergreifender Freude

Nina George „Das Lavendelzimmer“ (****)

Nina George_Das LavendelzimmerNina George „Das Lavendelzimmer“ (****)

Nina George schreibt normalerweise Erotikromane unter Pseudonym. Und auch das Cover ist eher auf die wahrscheinliche Zielgruppe (Frauen :-) ) ausgerichtet. Trotzdem haben mich zahlreiche Kritiken (insbesondere von anderen Autoren) dazu bewogen, diesen Roman zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Der Pariser Buchhändler Jean Perdu verkauft bestimmte Bücher nur an bestimmte Menschen. Er allein entscheidet, welches Buch zu seinem Kunden passt. Nur für sein eigenes Leben scheint es keine geeignete Lektüre zu geben. Seit jener unglücklichen Liebe vor 21 Jahren verläuft sein Leben gleichförmig, von einer tiefen Enttäuschung durchzogen. Den Brief, den sie ihm hinterließ, hat er nie gelesen. Bis jetzt, als eine neue  Nachbarin die Wohnung bezieht. Und was in diesem Brief steht, verändert ihn und das Leben vieler weiterer Menschen. Jean Perdu bricht auf und findet lange nicht an sein Ziel. Bis es schließlich zu ihm kommt.

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Charlotte Brontë „Jane Eyre“ (***)

Charlotte Brontë_Jane EyreCharlotte Brontë „Jane Eyre“ (***)

Mit Weltliteratur ist das ja immer so eine Sache. Manchmal gefällt sie mir, ja reißt mich gar mit, und manchmal breche ich ob der manierierten Sprache, der Weitschweifigkeit oder schlichten Langeweile einfach ab. Manche der großen Bücher kommen für mich auch einfach zur falschen Zeit. Entweder bin ich noch nicht bereit dafür oder bereits über die Phase meines Lebens hinaus, in der mich gerade dieses Buch hätte berühren können.

Ebenso oft habe ich festgestellt, dass es an den Übersetzungen liegt, ob mir ein Roman gefällt oder nicht. Im Falle von „Jane Eyre“ las ich die Übersetzung von Gottfried Röckelein aus dem Jahre 1998. Und das war gut so. Sprachlich in meinen Augen hervorragend übersetzt, mit einem Gefühl für moderne Sprache, ohne aber die alte Sprache dabei zu verleugnen. Warum hat mir der Roman trotzdem nicht gefallen?

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